Rechnungswesen-Lexikon

Rechnungswesen

Das betriebliche Rechnungswesen hat die Aufgabe, alle wirtschaftlichen Vorgänge in einem Betrieb, die sich wert- oder mengenmäßig ausdrücken lassen, zu erfassen und auszuwerten. Seine Ursprünge reichen weit zurück: Schon vor Jahrtausenden führten Kaufleute Buch über ihre Geschäftstätigkeit; und bereits im 16. Jahrhundert war die Grundstruktur der doppelten Buchführung bekannt, die noch heute in ihren Grundzügen angewandt wird. Mit der fortschreitenden Industrialisierung und Kapitalisierung veränderten sich allerdings Aufgaben und Struktur des Rechnungswesens: Wurden ursprünglich nur die Forderungen und Verbindlichkeiten (Soll und Haben) aufgezeichnet, werden heute alle Daten, erfasst und analysiert, die der Unternehmer benötigt, um die Wirtschaftlichkeit seines Unternehmens zu überprüfen und dessen weitere Entwicklung zu planen.

Struktur des Rechnungswesens und Aufgaben der einzelnen Bereiche innerhalb des Rechnungswesens

Das moderne betriebliche Rechnungswesen weist folgende Struktur auf:

  • Buchführung oder Finanzbuchhaltung

  • Kosten- und Leistungsrechnung oder Betriebsbuchhaltung

  • Statistik oder Vergleichsrechnung und

  • Planungsrechnung.

Buchführung:

Ihr kommt im betrieblichen Rechnungswesen eine Kernfunktion zu. Sie erfasst planmäßig und lückenlos alle Geschäftsvorfälle eines Betriebes für einen bestimmten Zeitabschnitt (Geschäfts- oder Wirtschaftsjahr) und bildet mit ihrem Zahlenmaterial die Grundlage für Kalkulationen, Vergleichsrechnungen und betriebliche Planungen, also für alle anderen Bereiche des Rechnungswesens.

Kosten- und Leistungsrechnung:

Sie dient der Überwachung der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens. Auf der Basis des Zahlenwerkes der Buchführung und der kalkulatorischen Kosten (Kosten, die für Zwecke der betrieblichen Kalkulation eingesetzt werden) ermittelt sie die Selbstkosten, getrennt nach Betriebsabteilungen oder Erzeugnissen. Sie liefert Zahlenmaterial für den Jahresabschluss in der Buchhaltung, für die Statistik und die Planungsrechnung sowie für Angebotskalkulation und Preisbildung.

Statistik:

Sie dient dem innerbetrieblichen Vergleich des aus der Buchführung und der Kosten- und Leistungsrechnung gewonnenen Zahlenmaterials. Diese Vergleichsrechnung bildet wiederum eine Grundlage für die betriebliche Planung.

Planungsrechnung:

Hier werden die Erkenntnisse aus Buchführung, Kosten- und Leistungsrechnung und Statistik sowie Informationen über außerbetriebliche Zustände und Entwicklungen verarbeitet, um eine tragfähige Basis für wirtschaftlich wichtige Entscheidungen des Unternehmens zu erhalten.

In einem modernen Unternehmen ist die Einführung eines Rechnungswesens unverzichtbar. Wer vermeidbare Kosten erkennen und seine Wettbewerbsfähigkeit auf den Märkten erhalten will, braucht jene Informationen, die ihm das Rechnungswesen zur Verfügung stellt. Aus diesem Grunde werden die meisten Betriebe über die verpflichtende Buchführung hinaus auch die übrigen Teile des Rechnungswesens pflegen.

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