Controlling-Lexikon

Leitbildkontrolle

Bei der Leitbildkontrolle handelt es sich um eine Kontrollart, die von der Vorstellung ausgeht, dass eine vom Leitbild losgelöste oder ohne Leitbilder entstandene Unternehmensstrategie kaum oder gar nicht möglich ist.

Eine Verdeutlichung dieser Kontrollart gelingt am besten am Beispiel eines Stärken-Schwächen-Profils. Mit Hilfe einer Stärken- und Schwächenanalyse werden Kriterienlisten erarbeitet, die solche Faktoren enthalten, denen eine ausschlaggebende Bedeutung im Wettbewerb zugeschrieben wird. Gemessen werden diese Stärken und Schwächen als relativer Abstand zu bestimmten Wettbewerbern. Eine auf einzelne Einflussfaktoren abstellende Betrachtung und Bewertung erweckt jedoch den Eindruck, die Stärken-Schwächen-Kriterien seien voneinander unabhängig. Das ist jedoch nicht der Fall, da auch der Verknüpfung der einzelnen Faktoren für den Markterfolg eine sehr hohe Bedeutung zukommt.

Die unternehmerische Stärke besteht in der individuellen Unternehmensidentität, die sich nicht zuletzt in der individuellen Kombination der Beurteilungskriterien ausdrückt. Da das Unternehmen am Markt nicht isolierte Beurteilungskriterien einsetzt, die sich als Stärken oder Schwächen klassifizieren lassen, sondern als geschlossenes Gebilde auftritt, wird durch ein Unternehmensleitbild ein Verzetteln von Aktivitäten verhindert, und die unternehmerischen Aktivitäten werden auf bestimmte Bereiche ausgerichtet. Die Leitbildkontrolle wird daher getragen von der Frage nach Aufbau und Pflege eines umfassenden Stärkenpotenzials und einer mit dem Leitbild kompatiblen Strategieausrichtung.

Im Grunde bedarf die Leitbildkontrolle keiner planungstechnischen Verankerung. Die Güte einer im Sinne des Unternehmensleitbildes konzentrierten Ausrichtung aller Unternehmensaktivitäten ist weniger durch routinemäßig stattfindende Kontrollen als vielmehr durch konsenshaftes Handeln aller Beteiligten zu erreichen.

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